CO2-Ausstoß von Frachtschiffen

Die fünfzehn größten Schiffe der Welt stoßen so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos.

Insgesamt gibt es rund 45000 Handelsschiffe, die fast sieben Milliarden Tonnen Güter um die Welt transportieren. Dabei pusten die Handelsschiffe ca. 850 Millionen Tonnen CO2 in die Luft, damit sind sie für 13% der weltweiten Emissionen an Schwefeloxiden und 15% der Stickoxide verantwortlich.

Ganze 90% des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Der Schiffstransport wird als eine kostengünstige Möglichkeit gesehen die Güter rund um die Welt zu transportieren. Dabei werden oft mehr als 20.000 Standardcontainer auf einem Schiff transportiert.

Zusätzlich verwenden Containerschiffe schweres Dieselöl, dieses enthält bis zu 0,5% Schwefel, ein 500-fach höherer Grenzwert als im Straßenverkehr, beim Auto erlaubt ist. Eine Alternative ist der Marinediesel mit nur 0,1% Schwefel, dieser wird aber kaum genutzt, da er um ein Vielfaches teurer ist.

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Containerschiffe
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Autos
Containerschiff transportiert Waren


Um die Containerschiffe fit für die Zukunft zu machen und damit vor allem weniger umweltschädlich wurden folgende Ziele von der International Maritime Organisation festgelegt:

  • Die Treibhausgas- Emissionen bis 2050 im Vergleich zu 2008 um 50% zu reduzieren.
  • Ein höherer Effizienzstandard der ab 2033 eingehalten werden muss.

Diese Ziele werden jedoch als zu niedrig angesehen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Außerdem muss der erhöhte Effizienzstandard nur von neuen Schiffen eingehalten werden. Deshalb ist dies nur der Anfang, der erste Schritt in die richtige Richtung.

Es setzt sich das Bewusstsein für die Problematik für den exzessiven Handelsverkehr auf der See durch. Ein Resultat ist, dass es schon seit 2002 den blauen Engel für umweltschonenden Schiffsbetrieb gibt. Dazu gehört die Nutzung von sauberem Kraftstoff ebenso wie ein umweltorientiertes Schiffsmanagement. Seit 2009 gibt es den „Blauen Engel“ für umweltfreundliches Schiffsdesign. Dabei wird schon im Design und beim Bau eines Schiffes die Potenziale zum Schutz für die Umwelt genutzt.

Doch auch einzelne Entwicklungen bereiten Grund zum Optimismus:

Die Entwicklung der Triple-E-Klasse von dänischen Reederei A.P. Møller-Mærsk. Diese fährt kosten- und energieeffizient. Triple- E steht dabei für „Economy of scale“ (Skaleneffekt), „Energy efficient“ (Energieeffizienz) und „Environmentally improved“ (verbesserte Umweltfreundlichkeit). Damit können mehr Container pro Schiff und pro Liter Treibstoff transportiert werden. Dadurch wird der Transport rentabler und umweltfreundlicher.

Norsepower und die klimafreundliche Lösung

Es gibt erste Containerschiffe, die die Windkraft nutzen. Die Firma Norsepower baut zylindrische Segel, die nachträglich auf Frachtschiffen angebracht werden können. Dabei wird die Rotation des Segels genutzt, um Strom zu erzeugen. Dadurch wird der Treibstoffverbrauch reduziert.

zylindrischen Segel von Norsepower

Dies sind nur zwei Beispiele, die aufzeigen, dass es auch anders, umweltfreundlicher geht. Um diese Entwicklung zu fördern fordert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) von Unternehmen, die ihre Güter auf hoher See transportieren lassen:

  • Fordert von den Reedern und Logistikdienstleister einen sauberen Transport ein und nutzen Sie diesen, sobald er zur Verfügung steht.
  • Nehmt Ruß- und Stickoxidemisionen in eure Nachhaltigkeitsberichterstattung und Klimabilanzen auf.

Als Verbraucher ist jeder einzelne gefragt:

Kaufe regional

Versuche deinen Konsum einzuschränken

Kaufe überwiegend second-hand

Durch deinen Konsum, deine Stimme kannst du auf diese Missstände aufmerksam machen und daran mitwirken die Seefahrt fit für die Zukunft zu machen.