Die Avocado ist nicht so gut wie ihr Ruf

Wie gut sind Avocados wirklich?

Die Nachfrage nach Avocados steigt kontinuierlich. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stieg die Anzahl der weltweit geernteten Hektar an Avocado von 2006 bis 2016 von 381000 auf 564000 Hektar.

Ein Grund für die steigende Nachfrage sind dem guten und gezielten Marketing zu verdanken. Die Avocado wurde 2015 von Pinterest zum beliebtesten Essen gekürt. Die Avocado schmeckt gut, es muss kein Tier dafür leiden und wir können sie vermeintlich ohne schlechtes Gewissen genießen. Ein weiterer Fakt ist, dass die Avocado wichtige Vitamine und Mineralstoffe sowie gesunde und ungesättigte Fettsäuren enthält. Damit ist die Avocado eine Alternative zum Fleisch bzw. zu tierischen Produkten.

Den Preis für diese Superfrucht zahlt die Umwelt. Der größte Anteil der Avocados in unserem Supermarkt kommt aus Peru, Chile, Mexiko, Israel oder Südafrika. Damit zeigt sich schon das erste Problem, die langen Transportwege. Die Avocado wird auf Containerschiffen mit Kühlcontainern nach Europa gebracht. (mehr Infos über Containerschiffe)

Entwicklung der Regenwald Abholzung

2006

381.000 Hektar

2006

2016

564.000 Hektar

2016

Doch das ist nur ein damit verbundenes Problem. Die mexikanische Regierung hat 2012 eine Studie in Auftrag gegeben, um den Zusammenhang zwischen der Avocado und verschiedenen Umweltprobleme aufzuzeigen. Dabei wird ersichtlich, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Anbau der Früchte und dem Verlust der Artenvielfalt, zunehmender Umweltverschmutzung und einen Anstieg von Bodenerosion gibt. Zusätzlich wird der natürliche Wasserkreislauf geschädigt.

Pinienwald

Die Hauptgründe dafür sind die Abholzung von Pinienwaldbeständen. Dabei kommt es auch immer häufiger zu illegalen Abholzungen der Wälder, um weitere Anbaugebiete für Avocados zu erschließen. Dabei sind die legalen Rodungen schon von großem Ausmaß:

Jedes Jahr wird für Avocado-Plantagen 1.500 bis 4.000 Hektar Wald abgeholzt. 

Zusätzlich wird beim Anbau der Bäume Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Diese beeinflussen das Trinkwasser der Bevölkerung. Außerdem benötigen die Pflanzen viel Wasser. Ein Kilogramm, zweieinhalb Avocados, verbrauchen 1000 Liter Wasser. Beides, der hohe Wasserbedarf der Avocados sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmittel haben negative Auswirkungen für das Trinkwasser der dort lebenden Bevölkerung.

2,5

Avocados

1000 L

Wasser

Bisher ist auch keine Trendwende zu sehen im Gegenteil. Das mexikanische Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die weltweite Nachfrage nach Avocados von 2017 bis 2030 um 48,98 % steigen wird. Damit steigt in diesem Zeitraum der Verbrauch von Avocados von 2,84 auf 4,24 Millionen Tonnen pro Jahr.

Wer trotzdem nicht auf Avocados verzichten möchte:

Person, die 1 Avocado in zwei Hälften anbietet
  • Schränke deinen Verbrauch von Avocados ein.
  • Eine Alternative sind regionale und saisonale Obst- und Gemüsesorten. Beispielsweise liefern Walnüsse einen vergleichbaren Anteil an hochwertigen Fetten. 
  • Achte auf möglichst kurze Transportwege. Avocados aus Israel kommen vergleichsweise schnell nach Europa. Dennoch ist die Avocado eine Importware.
  • Achte auf das Bio-Siegel, das garantiert, dass beim Anbau weder synthetischer Dünger noch Pestizide zum Einsatz kommen.